Wirtschaft und Digitalisierung
Oldenburg ist als kreisfreie Stadt mit rund 176.000 Einwohnern und knapp 92.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, sowie seiner Nähe zur Hansestadt Bremen und als Teil der Metropolregion Bremen/Oldenburg ein wirtschaftliches Oberzentrum im nordwestdeutschen Raum. Damit die Stadt ihre Vorreiterstellung behält, braucht es innovative Ansätze, Mut zu neuen Wegen und klare Impulse. Wir wollen Oldenburg zur Stadt der Chancen machen – für Gründer, Unternehmer und Beschäftigte.
Einzelhandel und Innenstadt
Innenstadt als besonderes Merkmal: Mit der Innenstadt hat Oldenburg ein besonderes Herausstellungsmerkmal, welches wieder stärker zum Vorbild für einen lebendigen Ort für Gäste, Gastronomie und Kultur werden muss. Dafür werden wir die Innenstadtstrategie weiter entwickeln, Publikumsmagneten wie Kramermarkt, Filmfest und Stadtfeste darin integrieren und neue Formate etablieren, damit die Innenstadt mehr Erlebnischarakter erhält.
Eine City-Logistik 2.0: Inhabergeführte Einzelhändler und Gastronomie werden wir stärker unterstützen, indem wir die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit ihrer Dienstleistungen mithilfe einer City-Logistik 2.0 verbessern: In der Innenstadt gekauft, per E-Auto oder E-Lastenrad geliefert. Damit werden nicht nur die Unternehmen unterstützt, sondern auch der Bedarf an PKW-Verkehr reduziert. Wir werden das EEK (Integrative Stadtentwicklungskonzept) abändern, sodass, ähnlich wie an der Bremer Heerstraße mit der Ansiedlung des Drogeriemarktes, in mehr Einzelfällen die Ansiedlung von Einzelgewerbe erleichtert wird.
Lokalen Einzelhandel und Gastronomie erhalten
Weiterentwicklung von Tradition und Unternehmensnachfolgen: Der Charakter der Innenstadt als Erlebnisort, aber auch der Stadtteilzentren als zentrale Anlaufstelle in den Quartieren steht und fällt zum einen mit der Erreichbarkeit, aber auch zum anderen mit der Identität und Verbindlichkeit des persönlichen Kontakts. Deshalb fällt der Stadt gerade durch den Erhalt inhabergeführter Oldenburger Geschäfte eine besondere Aufgabe zu. Dem Verlust der Identität durch den drohenden Verlust inhabergeführter Oldenburger Unternehmen werden wir entgegentreten mit gezielten Fördermaßnahmen für die Weiterentwicklung kleinerer Ladenstandorte, die Sicherstellung der Erreichbarkeit und der besonderen Sorgfalt bei der Stadtentwicklung. Wir werden Unternehmensnachfolgen erleichtern, indem wir eine städtische Nachfolgebörse einrichten und erfahrene Unternehmer als Mentoren einbinden.
Wochenmärkte: Wir wollen die Wochenmärkte als Kommunikations- und Begegnungsorte erhalten. Ihre Rolle als Austauschort und der Promotion frischer, lokaler landwirtschaftlicher Produkte und Angebote sowie der Stärkung des lokalen Handels werden wir mit einer langfristigen Stabilisierung der Standgebühren sicherstellen.
Großbaustellen wirtschaftlich verantwortungsvoll begleiten: Langfristige Straßen- und Infrastrukturmaßnahmen dürfen nicht zulasten der ansässigen Betriebe gehen. Gerade bei mehrjährigen Großbaustellen - wie aktuell insbesondere im Bereich der Nadorster Straße - müssen betroffene Unternehmen frühzeitig eingebunden, wirtschaftliche Auswirkungen berücksichtigt und konkrete Unterstützungsmaßnahmen umgesetzt werden.
Die CDU setzt sich dafür ein, dass Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten und Sichtbarkeit der betroffenen Geschäfte während der gesamten Bauphase bestmöglich erhalten bleiben. Dazu gehören unter anderem eine verbesserte Baustellenkommunikation, gut sichtbare Hinweise wie „Geschäfte erreichbar“, der Erhalt von Kurzzeitparkplätzen sowie pragmatische Verkehrsführungen statt ideologischer Verkehrsplanung.
Zusätzlich sollen zeitlich befristete Entlastungsmaßnahmen geprüft werden, beispielsweise vergünstigte oder kostenlose Parkmöglichkeiten in angrenzenden Bereichen - etwa auf dem Pferdemarkt-Parkplatz während größerer Bauphasen -, finanzielle Unterstützungsprogramme, unbürokratische Soforthilfen sowie eine stärkere Förderung gemeinsamer Werbe- und Marketingmaßnahmen der betroffenen Betriebe.
Künftig sollen bei größeren Baumaßnahmen außerdem verbindliche wirtschaftliche Folgenabschätzungen durchgeführt sowie Werbegemeinschaften, Anwohner und Unternehmen frühzeitig und kontinuierlich eingebunden werden. Unser Ziel ist eine Stadtentwicklung mit wirtschaftlichem Augenmaß, die den Einzelhandel, inhabergeführte Geschäfte und die Gastronomie nicht schwächt, sondern aktiv unterstützt.
Innovation und IT
Auf Anforderungen mit KI reagieren: Die Technologiebranche erlebt derzeit dank künstlicher generativer Intelligenz einen beispiellosen Innovations- und Wachstumsschub, der schwindelerregende Geschwindigkeiten annimmt. Wir werden daher eine KI-Strategie für die Stadt entwickeln, die sich insbesondere mit den infrastrukturellen Herausforderungen der Zukunft, vor allem durch künstliche Intelligenz, beschäftigen wird. Wir wollen die Oldenburger Unternehmen in der Tech- und IT-Branche bei diesen steigenden Anforderungen im globalen Wettbewerb der Ideen unterstützen und die Möglichkeit prüfen, kommunale Datenzentren, z.B. des KDO, als IT- und KI-Cluster weiterzuentwickeln. In Hinblick auf die digitale Resilienz und Souveränität ist es für die Wirtschaft in Oldenburg zwingend notwendig, zusammen zu arbeiten und gemeinsame Konzepte für die Nutzung generativer KI oder zukünftiger Entwicklungen zu erarbeiten.
Technologie und Gründungszentrum ausbauen: Mit dem Technologie- und Gründerzentrum (TGO) hat Oldenburg bereits eine eigene Förderung für Unternehmensgründungen und Startups entwickelt. Die Stärke und wirtschaftliche Schwerpunktlegung liegen aber nicht nur bei den IT-Unternehmen oder im Dienstleistungssektor, sondern auch in einer in der Metropolregion ausgeprägten Handwerkertradition. Wir wollen das TGO um spezielle Plätze für explizit handwerklich agierende Startups und Unternehmen erweitern.
Förderung des Wirtschaftsstandorts
Kapazität für Industrie und Gewerbe: Wir werden sie mit der Ausweisung passender Industriegebiete, auch in Kooperation mit den Nachbargemeinden, unterstützen. Damit sollen Kapazitäten und Arbeitsplätze des verarbeitenden und produzierenden Gewerbes erhalten und eine spätere innovative Nachnutzung bestehender Standorte sichergestellt werden.
Handwerker unterstützen: Wir wollen Handwerker, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, gezielt unterstützen. Daher werden ein „Handwerker- Starterpaket“ entwickeln, das Beratungsangebote, Bürokratiehilfe und den unkomplizierten Zugang zu Werkstätten umfasst.
Gründerförderung verbessern: Die Institutionen zur Gründerförderung wie auch die Gründer selbst wollen wir stärker vernetzen. Wir werden einen Oldenburger Gründerpreis ausloben und wollen die Zusammenarbeit der verschiedenen Gründerinitiativen in Oldenburg unterstützen, um Synergien zu schaffen.
Wirtschaftsförderung als zentrale Anlaufstelle: Unternehmen sind immer wieder mit Fragestellungen, bürokratischen Aufwänden und Hürden konfrontiert, die nicht mit ihrem eigentlichen Unternehmensziel zusammenhängen. Wir wollen die Wirtschaftsförderung als zentrale Anlaufstelle verstehen, bei der Unternehmen von der Stadtverwaltung von einem Hauptansprechpartner in ihren Anliegen betreut werden, um Verwaltungswege und -aufwand maximal zu optimieren. Darüber hinaus soll eine neue Strategie mit konkreten Ansiedlungs- und Förderungszielen für die Wirtschaftsförderung definiert werden. Fokus sollte eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen sein, um gemeinsam vom Wachstum zu profitieren.
Mittelstand entlasten statt ausbremsen: Die CDU setzt sich für einen kommunalen Mittelstands-TÜV ein. Neue Satzungen, Auflagen und Verwaltungsprozesse sollen künftig systematisch auf Bürokratieaufwand, Praxistauglichkeit und wirtschaftliche Auswirkungen geprüft werden. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die ermöglicht statt verhindert.
Tourismus und Events
Oldenburg als Messe- und Kongressstadt: Der freie Austausch von Ideen und Offenheit für neue Dinge sind für einen zukunftsfähigen Industrie- und Wirtschaftsstandort für Oldenburg nicht wegzudenken. Wir wollen daher Oldenburg als Kongress- und Messestandort ausbauen. Wir werden die Ansiedlung zusätzlicher Hotel- und Kongresskapazitäten fördern, um auch größere Veranstaltungen wieder dauerhaft nach Oldenburg zu holen. Der Neubau der Weser-Ems-Halle ist dafür ein wichtiger Meilenstein in die Zukunft. Ein zentral organisierter Hotelpool soll im Service ausgebaut werden und für Interessenten die Durchführung von Großveranstaltungen, wie z.B. Fachmessen, in der Stadt erleichtern.
Oldenburger Besonderheit - Hafenwirtschaft: Die Hunte ist in Oldenburg nicht nur der Fluss, der die beiden Stadthäfen nördlich und südlich voneinander trennt, sondern auch ein signifikanter – und oft übersehener - Wirtschaftsfaktor. Wir wollen ein Konzept entwickeln, um die Ufer- und Hafengebiete der Hunte für die Oldenburger und Gäste zu erschließen sowie die Hafenwirtschaft zu erhalten. In dem Zuge fordern wir auch die Installation passender Beleuchtungstonnen, um die Nachtfahrt auf der Hunte zu ermöglichen.
Fachkräfte
Fachkräfte halten...: Oldenburg braucht Fachkräfte – insbesondere für den Mittelstand, der das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft bildet. Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit, eine Familie zu gründen und zu erhalten eines der wichtigsten Argumente und Standortfaktoren. Deshalb wollen wir Familien entlasten, indem wir prüfen, wie die Einrichtung von Betriebskindertagesstätten vereinfacht werden kann.
... und neue gewinnen: Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt aktiv Maßnahmen ergreift, um qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland zu gewinnen. Dazu gehören gezielte Werbekampagnen, der Ausbau von Willkommensstrukturen sowie die Vereinfachung bürokratischer Prozesse – etwa bei Aufenthaltsgenehmigungen, Anerkennung von Berufsabschlüssen oder Wohnraumsuche. Oldenburg soll ein attraktiver und unkomplizierter Standort für Fachkräfte und ihre Familien sein.
Regionale Zusammenarbeit und Internationalität
Engere Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden: Wir werden mit den angrenzenden Landkreisen gemeinsame Gewerbegebiete entwickeln, Ausbildungsverbünde schaffen und die Verkehrsinfrastruktur verbessern (z. B. ÖPNV, Radwege, Straßenanbindung).
Städtepartnerschaften und internationale Kooperationen: Wir wollen Oldenburg national und international sichtbarer machen. Wir werden gezielt Investoren ansprechen und unsere Universität sowie Unternehmen in internationalen Netzwerken präsentieren. Die bestehenden Städtepartnerschaften sind auf Aktualität zu prüfen und neue Partnerschaften erst nach Verabschiedung eines grundsätzlichen Strategiepapiers einzugehen.