Bildung, Wissenschaft und Jugend
Bildung und Ausbildung sind für uns der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und zugleich ein zentraler Grundpfeiler für Wohlstand, Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit in unserer Stadt. Wir stehen für eine Bildungspolitik, in der Leistung zählt und nicht Herkunft, Vermögen oder persönliche Beziehungen über Zukunftschancen entscheiden. Deshalb setzen wir uns für ein differenziertes und durchlässiges Bildungssystem ein, das jedem Einzelnen die bestmögliche Entwicklung mit seinen individuellen Begabungen und Potenzialen ermöglicht. Unser Anspruch ist klar: Die Menschen in Oldenburg sollen die besten Chancen und die beste Bildung erhalten!
Chancen und Risiken von Digitalisierung verstehen
Schulen nicht nur digital ausstatten, sondern digitalisieren: Bildung ist heute stark mit digitalen Medien verwoben. Wir wollen, dass alle verfügbaren Mittel vom Digitalpakt des Bundes sofort abgerufen werden, damit Oldenburgs Schulen nicht nur digital ausgestattet, sondern auch digitalisiert sind. Wir etablieren dafür ein Controlling bei der Stadt zur schnellen, pädagogisch sinnvollen Ausstattung der Schulen und Umsetzung von Lehrerfortbildungen.
Medienbildung und Kompetenzen im Umgang mit sozialen Medien ausbauen: Digitale Geräte sollen auch weiterhin in Oldenburgs Schulen eingesetzt werden, wo es so viele von zu Hause aus leicht bedienbare Lernplattform gibt. Gleichwohl fehlt es sowohl den Grundschulen als auch den weiterführenden Schulen an intensiver Medienbildung für die Schülerinnen und Schüler. Die CDU setzt sich dafür ein, dass die Schülerinnen und Schüler frühzeitig Kompetenzen im Umgang mit sozialen Medien, Desinformation und digitaler Kommunikation erwerben, um vor Cybermobbing, Hassrede und problematischen Inhalten im Netz bestmöglich geschützt zu sein. Neben einer besseren Ausstattung der Schulen fordern wir gleichzeitig verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte im digitalen Bereich.
Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren: Im Einklang mit der Stärkung der Medienbildung begrüßen wir ausdrücklich die bundesweite Forderung nach einem Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Wir sind der Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besonders schutzbedürftig sind und Plattformbetreiber in die Pflicht genommen werden müssen.
Schulbegleitungen und Sprachförderung stärken
Zuverlässige Förderung von Schulbegleitungen gewährleisten: Wir teilen die Sorgen der Schulen, dass viele Kinder mit Unterstützungsbedarf durch bisherige Kürzungen bei den präventiven Schulbegleitungen durch das Raster fallen könnten. Sie müssten später mit großem Aufwand aufgefangen werden. Folglich steigen die Fallzahlen samt Kosten bei der individuellen Schulbegleitung. Das sogenannte Oldenburger Modell, das verstärkt auf Prävention setzt, arbeitet bislang sehr erfolgreich und darf nicht kaputtgespart werden. Die CDU spricht sich klar für die zuverlässige Förderung und Bedeutung von Schulbegleitungen aus und unterstützt das Oldenburger System.
Förderschulen erhalten: Wir wollen eine vielfältige Schullandschaft, weil echte Chancengleichheit Wahlfreiheit braucht. Deshalb fordern wir den Erhalt der Förderschulen und stellen den freien Elternwillen in den Mittelpunkt.
Schulbezirke erhalten, aber mit familienfreundlichen und lebensnäheren Sonderregelungen ausgestalten: Ohne klare Schuleinzugsgebiete drohen Konkurrenz zwischen Grundschulen, aufwendige Auswahlverfahren und unnötige Unsicherheiten für Familien. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Starre Schulbezirke dürfen nicht dazu führen, dass Geschwister auseinandergerissen werden, Straßen willkürlich getrennt wirken oder bewährte Betreuungsstrukturen durch Großeltern und Familie erschwert werden. Wir wollen deshalb Schulbezirke erhalten, aber mit familienfreundlichen und lebensnäheren Sonderregelungen ausgestalten. Wir fordern, dass sich das Land für eine Änderung des Schulgesetzes einsetzt, indem neben bestehenden Ausnahmen, etwa bei besonderen pädagogischen Gründen, weitere klare Sonderregelungen möglich sein müssen, insbesondere für Geschwisterkinder, veränderte Einzugsgebiete und nachweisbare Betreuungsgründe durch Familienmitglieder. Verlässliche Schulbezirke und echte Wahlmöglichkeiten in begründeten Fällen schließen sich nicht aus.
Zweizügigen Ausbau der Grundschule Wechloy umsetzen: Die CDU bekennt sich in diesem Zusammenhang klar zum zweizügigen Ausbau der Grundschule Wechloy am Küpkersweg und erwartet eine Umsetzung ohne Verzug.
Wiedereinführung von Sprachlernklassen an Grundschulen und weiterführenden Schulen: Im Jahr 2018 wurden in Oldenburg Sprachlernklassen zulasten eines inklusiven Unterrichtsmodells zurückgedrängt. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Schulen neu zugewanderte Kinder in der ersten Ankommensphase gezielt in eigenen Lerngruppen fördern, weil die Unterstützung in den Regelklassen oft nicht ausreicht. Niemand fordert eine dauerhafte Trennung, wohl aber verlässliche Sprachförderangebote für den Einstieg, damit diese Schülerinnen und Schüler nicht im Unterricht untergehen. Wir bekennen uns klar dazu, dass Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Die CDU wird daher Sprachlernklassen an Grundschulen und weiterführenden Schulen wieder einführen und Förderangebote deutlich ausweiten. Dafür braucht es ausreichend Kapazitäten, klare Konzepte und Lehrkräfte, die im Umgang mit Deutsch als Zweitsprache gezielt unterstützt und qualifiziert werden.
Ganztag, Bildung und Beruf
Ganztagsausbau mit mehr Wahlfreiheit für Eltern: Wir unterstützen den Ganztagsausbau, fordern dabei aber weiterhin mehr Wahlfreiheit für Eltern. Kinder sollten auch ohne Nachmittagsbetreuung ein Mittagessen in der Schule erhalten und bei Bedarf früher abgeholt werden können. Diese Flexibilität ist für viele Familien wichtig und muss erhalten bleiben. Zugleich braucht es tragfähige Konzepte für die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen. Insgesamt kommt der Ganztagsausbau solide voran, muss aber familienfreundlich und praxistauglich weiterentwickelt werden.
Gesundes Schulessen muss für alle Familien bezahlbar bleiben: Wir begrüßen ein städtische Rahmenkonzept zur Schulverpflegung. Eine 100% Verpflichtung ausschließlich für Bio-Produkte für das städtische Schulessen lehnen wir ab und setzen stattdessen auf regionale Produkte. Unser Ziel ist ein flächendeckendes Schulmensaessen zu einem Preis auf dem Niveau des Niedersachsenmenüs. Kein Kind darf aus finanziellen Gründen von einer ausgewogenen Mittagsverpflegung ausgeschlossen werden. Dabei wollen wir bestehende Beschaffungskonzepte kritisch überprüfen und stärker auf Wirtschaftlichkeit, Effizienz und zentrale Strukturen achten, ohne die Qualität der Verpflegung zu gefährden. Gleichzeitig sollen regionale Anbieter weiterhin angemessen berücksichtigt werden.
Junge Menschen frühzeitig auf die Arbeitswelt vorbereiten: Wir wollen die Berufsorientierung an unseren Schulen deutlich stärken, weil Oldenburg und die gesamte Region auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen sind. Deshalb fordern wir den Ausbau von Job-Patenschaften, eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben, mehr Praxisangebote im Unterricht sowie regelmäßige Betriebsbesuche. Wir wollen jungen Menschen frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt geben und ihnen konkrete Perspektiven für ihren beruflichen Weg eröffnen. Gleichzeitig setzen wir uns für eine stärkere Förderung der dualen Ausbildung ein. Mit einem Talentquartier für Auszubildende wollen wir den Weg der Ausbildung attraktiver machen, Nachwuchs gezielt fördern und dem Fachkräftemangel entschlossen begegnen.
Jugend- und Präventionsarbeit
Oldenburg braucht endlich einen kommunalen Aktionsplan für Prävention: In Oldenburg gibt es immer noch kein Gesamtkonzept, welches die vielschichtigen Konzepte und Ansätze der Kriminalprävention lokalisiert, sichtbar macht und zusammenfasst. Das ist ein Offenbarungseid und bedarf eines kommunalen Aktionsplanes für Prävention, mit Ressourcen für Schulsozialarbeit, Streetwork und evaluierbarer Wirkungsanalyse!
Jugendgewalt mit klaren Regeln, frühzeitiger Prävention und konkreten Unterstützungsangeboten begegnen: Die CDU will den Stillstand in der Präventionsarbeit lösen. Ein kommunaler Aktionsplan muss her! Wir wollen eine grundlegende Erhebung der Situation in Oldenburg und die sofortige Durchführung einer kriminologischen Forschungs- und Erhebungsanalyse für Oldenburg auf deren Basis gezielte Aktionspläne der Kriminal- und Gewalt- und Drogenprävention unverzüglich und aktuell angegangen werden. Jugendgewalt entsteht nicht im luftleeren Raum. Deshalb setzen wir auf eine Kombination aus klaren Regeln, frühzeitiger Prävention und konkreten Unterstützungsangeboten.
Moderne Jugendplätze, Grafitti-Projekte und das Haus der Jugend: Wir wollen in Oldenburg starke Jugendarbeit vor Ort. Jugend- und Freundschaftsplätze sind für uns wichtige Anlaufstellen für Streetworker und Orte der Begegnung, Prävention und Unterstützung. Wir fordern deshalb moderne, gut ausgestattete und bedarfsgerecht ausgebaute Jugendplätze in allen Stadtteilen. Auch erfolgreiche Graffiti-Projekte für Jugendliche wollen wir weiter fördern. Das Haus der Jugend ist für uns ein wichtiges Zukunftsprojekt, dessen Arbeit wir klar unterstützen.
Anti-Gewalt-Trainings sowie Mentoren- und Patenschaftsmodelle: Ergänzend setzen wir auf bewährte Präventionsansätze wie Anti-Gewalt-Trainings, die sich gezielt an gefährdete Jugendliche richten, sowie auf Mentoren- und Patenschaftsmodelle, die jungen Menschen Orientierung geben und sie auf ihrem Weg in Schule, Ausbildung und Beruf begleiten. Dabei wollen wir erfolgreiche Konzepte aus anderen Kommunen prüfen und für Oldenburg nutzbar machen.
Präventionsangebote zur Gewalt im digitalen Raum ausbauen: Auch attraktive und gut erreichbare Freizeitangebote sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention. Deshalb setzen wir uns für den weiteren Ausbau geeigneter Flächen und Angebote ein. Ein wachsendes Problem ist zudem Gewalt im digitalen Raum. Hier wollen wir bestehende Präventionsangebote stärker unterstützen und gezielt ausbauen, insbesondere in Zusammenarbeit mit weiteren Schulen und lokalen Initiativen.
Jugendparlament mit klarem Auftrag: Darüber hinaus unterstützen wir die Förderung von erhöhter Jugendbeteiligung in Oldenburg, zum Beispiel durch ein Jugendparlament, um die Interessen der Jugendlichen in die Politik und den Stadtrat einzubringen.
Hilfe muss ankommen, bevor Probleme größer werden: Wir wollen, dass junge Menschen in schwierigen Lebenslagen frühzeitig und unbürokratisch Hilfe erhalten. Deshalb fordern wir eine starke niedrigschwellige und aufsuchende Sozialarbeit in Oldenburg. Dazu gehören für uns sozialpädagogische Beratung, verlässliche Begleitung, mehr Jugendsicherheit, Unterstützung bei Behördenangelegenheiten und die Vermittlung in weiterführende Unterkünfte.
Attraktive und bezahlbare Studentenstadt
Hochschulen, Stadtverwaltung und weitere Bildungsträger besser vernetzen: Oldenburg ist Wissenschafts-, Ausbildungs- und Bildungsstandort – doch die Vernetzung zwischen Hochschulen, Stadtverwaltung und weiteren Bildungsträgern bleibt ausbaufähig. Gleichzeitig fehlt es vielen Auszubildenden, Studierenden und Teilnehmern der Abendbildung an geeigneten Lern- und Arbeitsräumen. Das bremst Chancen, Innovation und den Austausch in unserer Stadt.
Stabsstelle „Wissenschaft & lebenslanges Lernen“: Wir wollen deshalb die Stabsstelle „Wissenschaft & lebenslanges Lernen“ in der Stadtverwaltung einrichten und den Wissenschaftsstandort als kommunale Zukunftsaufgabe stärker verankern. Wir fordern den Aufbau eines stadtweiten Lernzentrums für Auszubildende und Studenten. Außerdem wollen wir Wissenschaft in Oldenburg durch Formate wie eine Nacht der Wissenschaft sichtbarer machen.
Universitätsmedizin Oldenburg deshalb gezielt als regionalen Zukunftsstandort weiterentwickeln: Oldenburgs Universitätsmedizin mit der European Medical School wächst und mit ihr die Chance, unseren Standort für Forschung, Lehre und Fachkräftesicherung nachhaltig zu stärken. Wir wollen die Universitätsmedizin Oldenburg deshalb gezielt als regionalen Zukunftsstandort weiterentwickeln. Wir fordern eine enge Kooperation zwischen Stadt und Universität, begrüßen den Ausbau der Studienplätze und setzen uns für stärkere Praxispartnerschaften mit Krankenhäusern und Unternehmen ein.
Pharmazie-Studiengang für eine langfristige Apotheken- und Gesundheitsversorgung: Zugleich wollen wir den Standort noch besser für Forschung, Innovation und die regionale Gesundheitsversorgung nutzen. Dazu gehört für uns auch der Einsatz gegenüber dem Land für einen Pharmazie-Studiengang, um die Versorgung mit Apotheken und Gesundheitsangeboten in der Region langfristig zu sichern.
Gezielter Ausbau von Studentenwohnheimen, Fördermodelle für WG-Projekte und ein kommunaler Wohnbrokerage-Service: Der Wohnungsmarkt in Oldenburg ist angespannt. Gerade Auszubildende und Studenten finden oft kaum bezahlbaren Wohnraum. Das ist sozial ungerecht und schwächt Oldenburg als Ausbildungs- und Studienstandort. Wir wollen deshalb mehr bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen schaffen. Wir setzen uns deshalb für den gezielten Ausbau von Studentenwohnheimen, Fördermodelle für WG- Projekte und einen kommunalen Wohnbrokerage-Service zur schnellen und unbürokratischen Vermittlung von Wohnraum ein.
Universität als Arbeitgeber stärken: Wir wollen die Universität Oldenburg, die Jade Hochschule sowie die weiteren Forschungs- sowie berufliche Bildungseinrichtungen als eine Grundlage für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Innovation stärken. Wir wollen, dass Forschung schneller in die Praxis kommt und daher die Vernetzung durch städtische Maßnahmen stärken. Die Einwerbung von Drittmitteln werden wir aktiv unterstützen.
Kindertagesstätten
Qualitativ hochwertige frühkindliche Betreuung nicht gefährden: In der Kita-Betreuung verschärft sich der Fachkräftemangel zunehmend und gefährdet damit eine verlässliche Betreuung der Kinder. Zwar wird versucht, personelle Engpässe insbesondere in den Randzeiten durch veränderte Betreuungsschlüssel auszugleichen, doch reicht das in der Praxis nicht aus: Gruppen müssen immer wieder in die Notbetreuung gehen, Ausfälle werden durch Springerkräfte oder Personal von Zeitarbeitsfirmen aufgefangen, und für Kinder wechseln ständig die Bezugspersonen. Gerade für kleine Kinder ist diese Unbeständigkeit belastend und steht einer qualitativ hochwertigen frühkindlichen Betreuung entgegen.
Verlässliche Sicherung der Betreuung bei klaren Qualitätsstandards: Grundsätzlich sind Früh- und Spätdienste in Oldenburg vorhanden. Problematisch wird es jedoch, wenn insbesondere die Nachmittagsbetreuung wegen Personalmangels regelmäßig ausfällt. Deshalb fordern wir eine verlässliche Sicherung der Betreuung in den Kitas, bessere Arbeitsbedingungen zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften sowie klare Qualitätsstandards, damit Kinder stabile Bezugspersonen haben und Eltern sich auf die Betreuung verlassen können.
Schaffung weiterer notwendiger Krippen- und Kindergartengruppen: Die CDU hält am bewährten Anmeldedashboard der Stadt fest. Es sorgt für Transparenz, Übersichtlichkeit und ein faires Verfahren bei der Suche nach einem Betreuungsplatz. Wir wollen dieses digitale Angebot weiterführen und dort verbessern, wo es Familien noch einfacher und verlässlicher durch den Anmeldeprozess führt. Zugleich ist klar: Entscheidend ist, dass ausreichend Betreuungsplätze vorhanden sind. Deshalb setzen wir uns für die weitere Schaffung notwendiger Krippen- und Kindergartengruppen ein. Unser Ziel ist eine wohnortnahe, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung in allen Stadtteilen.